Was ist ein Bildchip?

Ohne ihn geht nichts: Der Bildchip, auch Bildsensor genannt, ist das zentrale Element jeder Kamera – ob im Smartphone, in einem Fahrzeugassistenzsystem oder in einer industriellen Smart Camera. Er wandelt Licht in elektrische Signale um und macht so die digitale Bildverarbeitung überhaupt erst möglich.

Explosionszeichnung der wenglor Smart Camera B60 mit zentral sichtbarem Bildchip.
Explosionsdarstellung der Smart Camera B60 – mit freigelegtem Bildchip im Zentrum.

Wie funktioniert ein Bildchip?

Der Bildchip ist ein elektronisches Halbleiterbauteil, das auf Licht reagiert. Wenn Photonen – also Lichtteilchen – auf den Sensor treffen, werden sie durch den photoelektrischen Effekt in elektrische Ladungen umgewandelt. Diese winzigen Spannungsunterschiede werden anschließend ausgelesen, digitalisiert und zu einem Bild zusammengesetzt.

In industriellen Anwendungen kommen überwiegend monochrome Sensoren zum Einsatz. Sie erfassen lediglich Helligkeitsinformationen und liefern dadurch höchste Kontraste und Präzision – bei gleichzeitig reduziertem Datenvolumen. Das ermöglicht schnellere Auswertungen und eine effizientere Prozesskommunikation.

Am weitesten verbreitet sind heute CMOS-Sensoren (Complementary Metal-Oxide Semiconductor). Diese Sensoren bieten im Vergleich zu älteren CCD-Technologien zahlreiche Vorteile: geringeren Stromverbrauch, höhere Auslesegeschwindigkeit und kompaktere Bauformen – ideal für den industriellen Einsatz in Smart Cameras und Vision-Sensoren.

Wovon hängt die Größe eines Bildchips ab?

Die Größe des Bildchips ist ein entscheidender Faktor für Bildqualität, Lichtempfindlichkeit und Bauform der Kamera.
Je größer der Sensor, desto mehr Fläche steht für die Aufnahme von Licht zur Verfügung – was grundsätzlich zu einer höheren Bildqualität führt. Allerdings gilt: Größere Sensoren benötigen mehr Platz und sind oft teurer in der Herstellung.

In der industriellen Bildverarbeitung werden daher unterschiedlich große Sensoren eingesetzt, je nach Auflösung und Platzanforderung. Ein Trend geht in Richtung immer kleinerer Sensoren, da moderne Fertigungstechnologien viele Nachteile der Miniaturisierung – etwa geringere Lichtempfindlichkeit – zunehmend kompensieren.

Pixelgröße und Lichtempfindlichkeit

Die Pixelgröße spielt dabei eine zentrale Rolle:

  • Größere Pixel können mehr Licht aufnehmen und liefern bei schwacher Beleuchtung oder sehr kurzen Belichtungszeiten ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis.
  • Kleinere Pixel ermöglichen höhere Auflösungen auf kleiner Fläche, benötigen jedoch mehr Licht oder längere Belichtungszeiten, um das gleiche Bildrauschen zu vermeiden.

 

In industriellen Anwendungen, wo häufig kurze Belichtungszeiten für schnelle Prozesse erforderlich sind, muss daher sorgfältig zwischen Pixelanzahl und Pixelgröße abgewogen werden. Nur das richtige Verhältnis gewährleistet eine ausreichende Helligkeit, Präzision und Bildschärfe.

Wann kommen Color-Bildchips zum Einsatz?

In der industriellen Bildverarbeitung werden Color-Bildchips nur in speziellen Fällen benötigt – nämlich dann, wenn Farbunterschiede als relevantes Prüfmerkmal dienen.

Beispiele sind:

  • Die Erkennung von farbigen Etiketten oder Markierungen
  • Die Sortierung von Produkten nach Farbe
  • Farbverifikation bei Verpackungen oder Bedruckungen

 

Color-Bildchips verwenden meist ein sogenanntes Bayer-Filtermuster, das jedem Pixel eine der Grundfarben Rot, Grün oder Blau zuordnet. Aus diesen Daten wird das Farbbild rechnerisch zusammengesetzt.

Der Nachteil:

  • Die effektive Lichtempfindlichkeit ist geringer, da jedes Pixel nur einen Teil des Lichts empfängt.
  • Zudem entsteht ein höherer Datenverkehr, was sich negativ auf die Verarbeitungszeit auswirken kann.

 

Deshalb sind in der Industrie monochrome Sensoren der Standard – sie bieten höhere Sensitivität, geringeres Rauschen und ermöglichen eine präzisere Kanten- und Konturerkennung. Erst wenn feine Farbunterschiede für die Qualitätsprüfung entscheidend sind, kommen Color-Sensoren zum Einsatz.

Blick ins Innere: Der Bildchip in der Smart Camera B60

Zwei wenglor Smart Cameras B60: eine mit Autofokus und aktiviertem Beleuchtungsmodul, die andere mit C-Mount-Objektiv – für flexible Bildverarbeitungsanwendungen in der industriellen Automatisierung.
Die wenglor Smart Camera B60 in zwei Varianten: mit Autofokus und Beleuchtungsmodul sowie mit C-Mount-Objektiv – maximale Flexibilität für industrielle Bildverarbeitung.

In der Smart Camera B60 von wenglor lässt sich der Bildchip in einer Explosionszeichnung deutlich erkennen. Er befindet sich direkt hinter der Optik und bildet zusammen mit Prozessor, Beleuchtung und Gehäuse das Herz des Systems. Hier werden die optischen Informationen in Echtzeit digitalisiert und sofort ausgewertet – ein entscheidender Vorteil für schnelle, kompakte und intelligente Bildverarbeitungslösungen

Fazit

Der Bildchip ist das entscheidende Bindeglied zwischen Optik und digitaler Bildverarbeitung.
Er bestimmt, wie empfindlich, präzise und schnell eine Kamera arbeitet.

  • Monochrome CMOS-Sensoren bieten höchste Lichtempfindlichkeit und Prozessgeschwindigkeit.
  • Color-Sensoren liefern zusätzliche Informationen bei farbrelevanten Anwendungen.
  • Die Sensorgröße und Pixelarchitektur beeinflussen Lichtaufnahme, Auflösung und Dynamikbereich.

 

Mit modernsten CMOS-Bildchips bietet wenglor in seinen Smart Cameras und Vision-Sensoren leistungsfähige, kompakte und zukunftssichere Lösungen für jede industrielle Herausforderung – vom High-Speed-Prozess bis zur präzisen Qualitätsprüfung.

Autor

Bild von Max Mustermann

Max Mustermann

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