Anwesenheitskontrolle des Mindesthaltbarkeitsdatums am Flaschenhals

Wie lässt sich bei einer Liniengeschwindigkeit von rund 15 Flaschen pro Sekunde zuverlässig prüfen, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und das Etikett korrekt vorhanden sind – auch bei unterschiedlichen Füllgütern?

In Hochleistungs-Abfüllanlagen ist die sichere Präsenzkontrolle von Datumsaufdrucken ein zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung. Bei Geschwindigkeiten von ca. 15 Flaschen pro Sekunde müssen Bildaufnahme, Auswertung und Signalübertragung exakt auf die Förderbewegung abgestimmt sein, um die Taktleistung nicht negativ zu beeinflussen.

Industrielle Abfüllanlage mit einer Reihe von Glasflaschen auf einem Förderband während einer Hochgeschwindigkeits-Bildverarbeitungskontrolle.
Präzision im Sekundentakt: Eine moderne Produktionslinie bei der Qualitätskontrolle von Glasflaschen.

Stabile Bildverarbeitung bei hohen Geschwindigkeiten

Für die technische Umsetzung dieser anspruchsvollen Applikation wurde ein spezialisiertes Vision-System konfiguriert:

Die Beleuchtung spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Durch eine gezielte Hintergrund- bzw. Durchlichtausleuchtung lässt sich der Datumsaufdruck klar vom Flaschenkörper abheben. Insbesondere bei transparenten oder hellen Füllgütern entsteht so ein stabiler Kontrast, der für eine automatisierte Auswertung essenziell ist.

Herausforderung: Unterschiedliche Flüssigkeitsfarben

Komplexer wird die Anwendung, wenn Flaschen mit unterschiedlich gefärbten Flüssigkeiten über dieselbe Linie laufen. Dunkle Füllungen absorbieren das Licht stärker und reduzieren den Kontrast zwischen Datumsaufdruck und Hintergrund erheblich. Die reine Anpassung von Kamera- oder Belichtungseinstellungen reicht in solchen Grenzfällen häufig nicht aus, um eine Null-Fehler-Quote zu garantieren.

Die nachhaltige Lösung bestand darin, das Prozessdesign anzupassen: Der Datumsaufdruck wurde im obersten Bereich des Flaschenhalses platziert. In dieser Zone ist der störende Einfluss der Flüssigkeitsfarbe deutlich geringer, wodurch sich die Beleuchtungssituation besser kontrollieren lässt. Das Ergebnis ist eine stabilere Prüfsituation – unabhängig vom jeweiligen Füllgut.

Sichere Trennung von Aufdruck und Hintergrund

Zur softwareseitigen Optimierung wurde die Schwellwertanalyse (Threshold) in uniVision 3 getestet. Mit präzise definierten Grauwertgrenzen ließ sich der Datumsaufdruck zuverlässig vom Hintergrund separieren – selbst bei kritischen, dunklen Flüssigkeiten.

Hintergrund zur Implementierung: Zum damaligen Zeitpunkt unterstützte jedoch keine verfügbare Control Unit uniVision 3, sodass die Lösung zunächst nicht vollständig produktiv gesetzt werden konnte. Die Testreihen zeigten jedoch eindeutig, dass durch die Kombination aus angepasstem Drucklayout und optimierter Bildverarbeitungssoftware eine robuste Hochgeschwindigkeitskontrolle realisierbar ist.

Fazit

Die Präsenzprüfung des Mindesthaltbarkeitsdatums bei ca. 15 Flaschen pro Sekunde erfordert mehr als nur leistungsfähige Hardware. Der Erfolg der Applikation basiert auf dem Zusammenspiel vier entscheidender Faktoren:

  1. Geeignete Beleuchtung: Schaffung eines maximalen Kontrastes.
  2. Optimale Positionierung des Aufdrucks: Reduzierung physikalischer Störfaktoren.
  3. Stabile Bildverarbeitung: Schnelle Algorithmen für hohe Taktraten.
  4. Präzise Parametrierung: Feinjustierung der Software auf das Produktportfolio.

Wer Prozessdesign und Vision-System als Einheit betrachtet, stellt auch bei extrem hohen Taktzahlen eine zuverlässige Qualitätskontrolle sicher – unabhängig von Produktvarianz oder Füllfarbe.

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Autor

Bild von Max Mustermann

Max Mustermann

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