Präzision in der Ladungssicherung: Automatisierte Winkelmessung bei Kantenschutzprofilen

Ein effektiver Kantenschutz ist das Rückgrat der Ladungssicherung. Er stabilisiert Paletten und verhindert, dass Umreifungsbänder in Kartonagen einschneiden. Doch die Qualität steht und fällt mit der Winkelgenauigkeit. Ob Papier oder Metall: Weicht der Innenwinkel zu stark von den geforderten 90° ab, leidet die Passform. Ein zu großer Außenwinkel hingegen erhöht den Umfang der Ladung und treibt den Materialverbrauch beim Einwickeln unnötig in die Höhe.

Verschiedene L-förmige Kantenschutzprofile aus Papier und Metall für die professionelle Ladungssicherung.
Hochwertiger Kantenschutz: Die Basis für stabilisierte Paletten und sicheren Transport.

Die Herausforderung: Manuelle Stichproben vs. Prozesssicherheit

Viele Hersteller setzen bisher auf manuelle Messungen. Bei geforderten Toleranzen von +/- 3° ist dies jedoch zeitaufwendig und fehleranfällig. Eine automatisierte Lösung sichert nicht nur die Qualität, sondern amortisiert sich durch minimierten Ausschuss und optimierten Materialeinsatz in kürzester Zeit.

Eine technische 2D-Schemazeichnung in Blautönen. Links ist ein 90°-Winkel zu sehen, der perfekt am Stückgut anliegt. Rechts ist ein Winkel dargestellt, dessen Außenwinkel zu klein ist, wodurch die Verpackung nicht bündig abschließt und der Umfang künstlich vergrößert wird.
Präzision zählt: Während der 90°-Winkel (links) optimalen Schutz bietet, führt ein zu kleiner Außenwinkel (rechts) zu erhöhtem Materialverbrauch. Die Nummerung stellt den Winkelkantenschutz (1), die Verpackung (2) und das Stückgut (3) dar.

Die technische Umsetzung: 2D-/3D-Profilsensorik

Die Lösung basiert auf einem wenglor 2D-/3D-Profilsensor MLSL in Kombination mit einem Machine Vision Controller. Das Messprinzip folgt einem effizienten Workflow:

  1. Erfassung: Der Laser-Profilsensor wird über der Produktionslinie montiert und scannt das Profil im Durchlauf.
  2. Algorithmik: In der uniVision-Software wird das Modul „Messen“ definiert. Zwei virtuelle Messlinien erfassen die Flanken des Kantenschutzes.
  3. Berechnung: Das Tool „Schnittpunkt hinzufügen“ ermittelt aus diesen Linien den tatsächlichen Winkelwert.
  4. Steuerung: Übersteigt die Abweichung die definierte Toleranz, visualisiert das System den Fehlerwert rot und gibt einen Impuls an die SPS aus, um das fehlerhafte Teil sofort aus dem Prozess auszuschleusen.

Fazit

Durch den Einsatz hochpräziser Profilsensoren transformieren Sie die Qualitätskontrolle von einer stichprobenartigen Überprüfung hin zu einem lückenlosen, datengestützten Fertigungsprozess.

Autor

Bild von Max Mustermann

Max Mustermann

Berufsbezeichnung